BNetzA schlägt niedrigere Mobilfunkterminierungsentgelte vor

Nach einem heute veröffentlichten Vorschlag der Bundesnetzagentur sollen die Terminierungsentgelte im Mobilfunk weiter sinken. Statt 1,79 Cent sollen Mobilfunknetzbetreiber ab 1. Dezember 2014 untereinander nur noch 1,72 Cent pro Minute für die Zustellung von Anrufen berechnen dürfen.

Bei der letzten Festlegung neuer Terminierungsentgelte für Mobilfunknetzbetreiber vor knapp zwei Jahren hatte die Bundesnetzagentur den Preis, den Mobilfunknetzbetreiber für die Zustellung von Anrufen, von einem anderen Mobilfunknetzbetreiber verlangen dürfen, nahezu halbiert. Dies hatte zu einiger Kritik durch die Mobilfunkbetreiber geführt. Die nun vorgeschlagene Anpassung der Mobilfunkterminierungsentgelte sieht etwas moderater aus.

Der Vorschlag der Bundesnetzagentur sieht vor, dass das Terminierungsentgelt zum 1. Dezember 2014 von 1,79 Cent pro Minute auf 1,72 Cent pro Minute sinken soll. Eine weitere Anpassung soll ab dem 1. Dezember 2015 in Kraft treten. Dann soll das Entgelt auf 1,66 Cent pro Minute sinken.

Der heute veröffentlichte Entgeltvorschlag ist das Ergebnis sehr intensiver Prüfungen und eines transparenten Beschlusskammerverfahrens während der vergangenen Wochen. Die Entgelte spiegeln die Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung eines Mobilfunk-Referenznetzbetreibers wieder. Dabei haben wir an unserem bewährten Ansatz festgehalten, die Entgelte auf der Basis aktueller Wiederbeschaffungskosten zu ermitteln. Die vorgeschlagenen Entgelte sichern den Unternehmen daher auch künftig genügend Spielraum, ihre Investitionen in den mobilen Breitbandausbau, insbesondere in die LTE-Netzinfrastruktur, weiter voranzutreiben“, erläuterte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Bis zum 1. Oktober 2014 haben interessierte Parteien im Rahmen der nationalen Konsultation nun Zeit zu dem Entgeltvorschlag der Bundesnetzagentur schriftlich Stellung zu nehmen. Der Entscheidungsentwurf muss anschließend noch der Europäischen Kommission und den nationalen Regulierungsbehörden der anderen EU-Mitgliedsstaaten vorgelegt werden, die dann ihrerseits die Möglichkeit zur Stellungsnahme haben. Wenn es dann keine Bedenken zu dem Vorschlag der Bundesnetzagentur gibt, würden die neuen Entgelte zum 1. Dezember in Kraft treten. Andernfalls besteht die Möglichkeit einer vorläufigen Genehmigung.

(kb)

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