EU-Kommission ermittelt erneut im Rahmen der E-Plus/O₂-Fusion

Anscheinend gibt es im Zusammenhang mit der E-Plus-Übernahme durch Telefónica Deutschland noch weiteren Klärungsbedarf. Demnach ermittelt die EU-Kommission im Bereich der Verträge die Telefónica mit der Drillisch-Gruppe zur Abgabe von Netzkapazitäten geschlossen hat.

Eigentlich schien das Thema E-Plus-Übernahme durch Telefónica Deutschland weitestgehend erledigt. Anfang Juli 2014 hatte die Europäische Kommission nach rund sechsmonatiger Prüfung den Zusammenschluss der deutschen Mobilfunk­netz­betreiber E-Plus und O₂ genehmigt. Medienberichten zufolge scheint es jedoch nun erneuten Prüfungsbedarf zu geben.

Demnach habe die EU-Kommission erneut Ermittlungen in der Sache aufgenommen. Konkret gehe es dabei um Ungereimtheiten im Zusammenhang mit den Verträgen zwischen Telefónica und der Drillisch-Gruppe. Um den Wettbewerbshütern entgegen zu kommen, wurde im Juni vereinbart, dass Drillisch rund 20 Prozent der Netzkapazitäten des zusammengeschlossenen Mobilfunknetzes übernimmt. Anscheinend prüft die Kommission ob die getroffenen Vereinbarungen ausreichen, um weiterhin ausreichenden Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zu gewährleisten.

Die neuen Ermittlungen der EU-Kommission seien laut WirtschaftsWoche durch Proteste seitens des Internet- und Telekommunikations­dienstleisters United Internet veranlasst worden. Offenbar wird angezweifelt, dass Drillisch mit zur Zeit rund 1,9 Millionen Kunden überhaupt eine ausreichende Rolle auf dem deutschen Mobilfunkmarkt spielen kann, um den Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Nach Angaben der WirtschaftsWoche soll in einem Schreiben von United Internet die Vermutung geäußert worden sein, dass Telefónica Deutschland und Drillisch von Anfang an ihre Zusammenarbeit verstärken wollten.

Ob die E-Plus-Übernahme durch die erneuten Ermittlungen der Europäischen Kommission längerfristig ins Stocken gerät, wird sich wohl erst in den nächsten Wochen zeigen.

(kb)

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