Endspurt für die Einführung von Vectoring im Telekom-Festnetz

Ab dem 30. Juli 2014 startet die so genannte Vectoring-Liste, in die Telekom­munikationsanbieter ihre Ausbauprojekte eintragen lassen können. Ein ent­spre­chender Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur muss der EU-Kommission noch zur Konsultation vorgelegt werden.

Die Einführung von VDSL-Vectoring im Festnetz der Deutschen Telekom ist sozusagen auf die Zielgerade eingebogen. Mit der Vorlage eines Entscheidungsentwurfs durch die Bundesnetzagentur wurden nun die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für den Einsatz der Vectoring-Technologie festgelegt. Dies geht aus einer Mitteilung des Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hervor. Der Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur, der bereits vorläufig in Kraft tritt, muss nun noch der Europäischen Kommission zur Konsultation vorgelegt werden.

Der Start der so genannten Vectoring-Liste soll bereits am 30. Juli 2014 erfolgen. Die Ausgestaltung des Registers, in das Telekommunkationsunternehmen ihre konkreten Ausbauvorhaben eintragen, hatte bereits in der Vergangenheit für Diskussionen gesorgt. So wurde vor allem kritisiert, dass die Telekom die Vectoring-Liste führt und dadurch einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Markteilnehmern erlangen könnte. Die Liste soll auch nach dem neusten Entscheidungsentwurf durch den bonner Konzern geführt werden, allerdings musste ein eigenes Datenschutzkonzept dafür entwickelt werden.

Beim BREKO sieht man diesen Punkt weiterhin kritisch. „Wir setzen darauf, dass die Bundesnetzagentur die Führung der Vectoring-Liste engmaschig kontrolliert, so dass ein Missbrauch ausgeschlossen bleibt“, so BREKO-Präsident Ralf Kleint. Die Regelungen der Bundesnetzagentur sehen einen Schadensersatzanspruch für den Fall vor, dass es zu Sorgfaltsverletzungen bei der Führung der Liste kommt.

Die umfangreiche Regelung des Einsatzes der Vectoring-Technologie, durch die Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s im kupferbasierten VDSL-Netz erreicht werden, ist notwendig, weil systembedingt dazu die komplette Kontrolle über alle Teilnehmerleitungen eines Kabelbündels notwendig ist. Somit ist eine Entbündelung, wie sie wichtiger Bestandteil der Liberalisierung der so genannten letzten Meile ist, nicht mehr möglich. Mitbewerberverbände hatte diesbezüglich eine Remonopolisierung befürchtet. Nach der Vorlage des Entscheidungsentwurfs durch die Bundesnetzagentur, wird mit einer Einführung von VDSL-Vectoring spätestens im Herbst 2014 gerechnet.

(kb)

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