Guten Rutsch und alles Gute für das Jahr 2015

Das Jahr 2014 konnte mit etlichen Weichenstellungen aufwarten. Die O₂/E-Plus-Fusion wird sich ebenso wie einige politische Entscheidungen auf das kommende Jahr 2015 auswirken. Mit dem obligatorischen Rück- und Ausblick wünscht TarifeTarife einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.

Entgegen der Prognose im Ausblick für das Jahr 2014 wurde das Thema Verschlüsselung eher unaufgeregt behandelt. Zwar wurde an etlichen Stellen die Sicherheit der Daten­übertragung verbessert, gleichzeitig hat es an Datenschutz- und -sicherheitsskandalen in 2014 nicht gemangelt. Die einfachen Verschlüsselungslösungen für Endverbraucher lassen weiterhin auf sich warten, die Maßnahmen großer Internetkonzerne haben ihre Tücken. Gleichzeitig gab es eine Reihe von Weichenstellungen, die den Telekommunikationsmarkt in den kommenden Jahren prägen werden.

2014: O₂/E-Plus-Fusion, Vectoring, Internetminister und smarte Uhren

Fusionen und Übernahmen gab es im Telekommunikationsbereich in der Vergangenheit einige, die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O₂) jedoch, wird am deutschen Mobilfunkmarkt vermutlich nicht spurlos vorübergehen. Ein positiver Trend, der sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat ist, dass LTE endlich auch bei den Discountern angekommen ist.

Ein weiteres Thema, das uns zwar schon seit einiger Zeit begleitet, im Jahr 2014 jedoch erstmals seine Wirkung entfaltet hat, ist Vectoring. Mit der Einführung dieser Über­tragungstechnologie stiegen die maximalen Datenübertragungsraten bei kupferbasierten DSL-Anschlüssen deutlich. Gleichzeitig verleitet es die Netzbetreiber jedoch dazu, den Breitbandausbau weiterhin auf die lange Bank zu schieben.

Von Regierungsseite ist hier auch eher wenig zu erwarten. Nachdem sich im politischen Deutschland lange Zeit niemand offiziell um die Datennetze kümmerte, haben wir im Jahr 2014 gleich drei Internetminister bekommen. Deren Digitale Agenda beinhaltet jedoch nur viele allgemeine Worte zum Thema. Bei konkreten Maßnahmen und die dringend notwendigen Investitionen hält sich den Bundesregierung bislang vornehm zurück.

Auf europäischer Ebene wird weiterhin am digitalen Binnenmarkt gefeilt. Während eine Konsolidierung des Marktes nach wie vor das Ziel der Europapolitiker zu sein scheint, kündigten sich auch Verzögerungen an. Die Abschaffung der Roaming-Kosten wird vermutlich noch etwas auf sich warten lassen. Entscheidungen in Sachen Vorratsdatenspeicherung und Netzneutralität kämpfen nach wie vor mit erheblichem Gegenwind. Hier arbeiten Innenpolitiker und Exekutive ebenso gegen gerichtliche Entscheidungen, wie die Lobbies der Netzbetreiber gegen die Positionierung der Volksvertreter in Brüssel.

Konkreteres haben wir von den großen Smartphone-Herstellern gesehen. Neben der üblichen von Superlativen geprägten Modellpflege, haben Wearables ihren festen Platz im Gadget-Universum gefunden. Vor allem Smartwatches waren in 2014 ein großes Thema. Während die asiatischen Hersteller teilweise schon die zweite Modellreihe vorstellten, mussten sich Apple-Jünger bislang noch mit einem kleinen Appetithäppchen begnügen.

2015: Fusionsauswirkungen, Frequenzauktion und smarte Uhren

Viele der Ereignisse im ablaufenden Jahr werden ihre Auswirkungen erst im Jahr 2015 zeigen. Wie genau sich die Verringerung der Anzahl der deutschen Netzbetreiber auf nunmehr drei auswirken wird, ist bislang nicht abzusehen. Ein Preisanstieg wie in Österreich wäre nicht vollkommen abwegig. Allerdings herrscht auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aufgrund der vielen Discounter ein gesünderer Wettbewerb als in der Alpenrepublik. Die Österreicher erwarten hingegen gerade erst mit Spannung, wie sich der Zutritt von MVNOs wie dem Aldi-Ableger HoT auf die Preise auswirken wird.

Für wesentlich mehr Bewegung in Deutschland könnte die, für das erste Halbjahr 2015 angesetzte, Auktion der Mobilfunkfrequenzen sorgen. Die große Bedeutung für den Betrieb der Netze und die wechselseitige Verquickung mit den Investitionen in die Breitbandnetze dürfte noch für Spannung sorgen.

Nicht minder spannend, aber vermutlich ähnlich enttäuschend wie in den letzten Jahren, wird es beim Breitbandausbau aussehen. Ob das totgerittene Pferd Kupferkabel dank Vectoring und G.Fast auch weiterhin dafür sorgen wird, dass Deutschland den Aufbau zukunftsweisender Glasfasernetze verschläft, wird jedoch auch 2015 nicht entschieden werden.

Was sich im Jahr 2015 hingegen entscheiden wird, ist, ob die Zeit für das Konzept Smartwatch tatsächlich reif ist. Wenn Apple seine Interpretation der intelligenten Armbanduhr Anfang des Jahres auf den Markt bringen wird, dann ist dies die endgültige Nagelprobe. Lassen sich auch die innovationsbegeisterten Apple-Fans nicht davon überzeugen, dass ein zusätzliches Bedienelement am Handgelenk, das nächste große Ding ist, dann dürften Smartwaches vorerst gescheitert sein. Aber auch das Gegenteil, der endgültige Durchbruch ist absolut vorstellbar.

Abschließend noch ein Ausblick, der mehr durch persönlichen Wunsch, denn durch Relevanz geprägt ist. Das kommende Jahr könnte abseits von Android, iOS und auch Windows Phone einige interessante Entwicklungen bereithalten. So hat sich Firefox OS im vergangenen Jahr mit einer ganzen Reihe einfacher Geräte auf etlichen Märkten weltweit einen kleinen Platz erkämpft. Dank zügiger Entwicklung und mit ein oder zwei leistungsfähigeren Smartphones, könnte das Betriebssystem von Mozilla in 2015 die Herzen etlicher Benutzer erobern. Ähnlich sieht es mit dem lange vor sich hinköchelnden Ubuntu Phone aus. Wenn sich die interessanten Konzepte in einem echten Gerät manifestieren, dann könnte dies neue Impulse für die mobile Betriebssystemlandschaft setzen. Sollte sich da etwas tun, dann wird – ebenso wie bei den anderen Themen – hier auf TarifeTarife darüber zu lesen sein.

Einen guten Rutsch und alles Gute für das Jahr 2015.

(kb)

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