Hemlis: App-Entwicklung nähert sich langsam der Zielgeraden

In einer aktuelle Meldung geben die Entwickler des Smartphone-Messengers Hemlis einen kurzen Überblick über den Stand der Entwicklung. Bei den Apps für iOS und Android zeichnet sich demnach langsam das fertige Produkt ab. Außerdem wurde bereits eine zweistellige Zahl an Servern konfiguriert.

Seit der letzten Statusmeldung sind knapp drei Monaten vergangen. Nun haben die Entwickler des Smartphones-Messengers ihr fünftes Update zum Stand der Entwicklungen veröffentlicht. Zuletzt hatte es im Oktober 2013 ein erstes Video zu sehen gegeben, dass eine frühe Version von Hemlis zeigt. Auch wenn die aktuelle Meldung den Eindruck erweckt, als stünde der, als sichere Alternative zu WhatsApp angekündigte, Messaging-Dienst kurz vor der Fertigstellung, weist das Entwickler-Team rund um den Priate-Bay-Gründer Peter Sunde auf Twitter darauf hin, dass es noch keinen konkreten Termin gebe. Hemlis sei fertig, wenn es fertig ist.

Apps für iOS und Android gleichauf

Zum Entwicklungsstand der Apps schreiben die Hemlis-Macher, dass die beiden Versionen für iOS und Android gleichauf seien und sich das fertige Produkt bereits abzeichne. Zur Zeit werde fleißig getestet und es gebe nun einen eigenen Benachrichtigungston. Außerdem habe man einen neuen benutzerfreundlichen und ansprechenden Weg implementiert, wie Emotes dargestellt werden.

Verschlüsselung: NaCl statt PGP

Nun liege der Fokus der Entwicklung auf der Backend-Software. Dies beinhalte die XMPP-Server, Schlüsselaustausch, Login, die Benutzersuchfunktion und die Übertragung von Anhängen. Besonders wichtig seit jedoch die Skalierbarkeit des Systems. Bei der Verschlüsselung haben sich die Hemlis-Entwickler gegen den Einsatz von PGP entschieden. Stattdessen werde die asymmetrische Verschlüsselung mit der NaCl-Softwarebibliothek von Daniel J. Bernstein realisiert. Auch bei der Infrastruktur tue sich was. Eine zweistellige Zahl an Servern sei konfiguriert und stehe für die Verarbeitung und Weiterleitung der Nachrichten bereit. Weiterhin stehe noch die Lastverteilung an.

Start mit Crowdfundig-Kampagne

Hemlis wurde im Juli 2013 mit einer Crowdfundig-Kampagne gestartet, die innerhalb von 36 Stunden die angestrebte Summe von 100.000 US-Dollar erreichte. Die weitere Entwicklung des sicheren Messaging-Dienstes verlief bislang wenig spektakulär. Mittlerweile macht sich jedoch an der einen oder anderen Stelle Unmut über die lange Wartezeit breit. Ob es Hemlis in Sachen Popularität mit Platzhirsch WhatsApp aufnehmen können wird, dürfte sich erst in etlichen Monaten zeigen. Projekte mit ähnlichen Ambitionen – wie zum Beispiel das deutsche whistle.im, dessen Entwicklung mittlerweile weitestgehend eingeschlafen ist – konnte bislang keine nennenswerten Benutzerzahlen aufbauen.

(kb)

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