RCS Messaging: Telekom unternimmt erneuten Anlauf mit joyn

Ursprünglich wollten die Mobilfunkbetreiber unter dem Namen joyn einen Konkurrenzdienst zu WhatsApp etablieren. Dies gelang in mehren zögerlichen Anläufen bislang nicht. Nun unternimmt die Telekom mit Message+ einen weiterer Versuch.

Von joyn ist in der Pressemitteilung der Deutschen Telekom zu ihrer neuen Kommunikationsapp Message+ nicht die Rede. Wer jedoch in den letzten Jahren die Versuche der Mobilfunkbetreiber einen WhatsApp-Konkurrenten zu etablieren verfolgt hat, erkennt das es sich hier wohl im alten Wein in neuen Schläuchen handelt. Die Telekom spricht von RCS, dem technischen Standard „Rich Communication Suite“. Dieser ist auch Grundlage von joyn. Offensichtlich hat man aber beim magentafarbenen Riesen verstanden, dass dem Platzhirsch WhatsApp nur noch schwer beizukommen ist. Den Fokus setzt man bei Message+ daher auf andere Funktionen.

Was bietet Message+ von der Telekom?

In ihrer Mitteilung hebt die Telekom Message+ als eine Erweiterung der Funktionalität rund um drei Phasen eines Telefonanrufs hervor. So können vor („Pre-Call“), während („In-Call“) und nach dem Anruf („Post-Call“) zusätzliche Informationen an den Gesprächspartner übermittelt werden. Bei diesen kann es sich um einen Dringlichkeitsstatus, einen Betreff, Fotos oder aber auch den Standort handeln. Neben der Nutzung mit einem Android Smartphone hebt die Telekom Messag+ insbesondere zusammen mit den Smartphones Sony Xperia Z5, Z5 Compact und Z5 Premium hervor, weil die App in enger Zusammenarbeit mit dem japanischen Konzern entstanden sei.

Wer kann Message+ nutzen und was kostet es?

Neben dem geeigneten Smartphone, ist auch ein passender Tarif notwendig. Da die Kommunikation bei RCS über eine Datenverbindung läuft, ist es notwendig, dass der Tarif über eine entsprechende Datenkomponente verfügt. In den Telekom-Tarifen mit Datenflatrate ist dann die Nutzung bereits inklusive. Außerdem findet ein Zero-Rating statt, die Übertragung wird also nicht auf das Datenvolumen angerechnet. Eine Vorgehensweise, die trotz aufgeweichter Netzneutralität auf Europäischer Ebene, in Zukunft noch für Ärger sorgen könnte. Prepaid- und Kunden anderer Mobilfunkanbieter gehen zur Zeit in Sachen RCS noch leer aus. Telefónica (O₂) soll den Dienst jedoch im kommenden Jahr einführen.

(kb)

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