SMS-Nutzung trotzt der Konkurrenz durch WhatsApp und Co.

Mit voraussichtlich 63 Milliarden SMS, wird nach Berechnungen des Branchenverbands BITKOM auch in diesem Jahr wieder ein Rekord bei der Anzahl der verschicken Kurznachrichten aufgestellt. Trotz der Konkurrent durch Messenger kann sich die SMS als Kommunikationsmittel behaupten.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones, haben sich für die Benutzer eine Vielzahl neuer Möglichkeiten zur textbasierten mobilen Kommunikation aufgetan. Nicht nur deshalb wird seit Jahren das Ende der SMS heraufbeschworen. Dennoch kann sich der betagte und in seinen Funktionen stark eingeschränkte Kurzmitteilungsdienst nach wie vor als Kommunikationsmittel behaupten. Jedes Jahr werden neue Rekorde aufgestellt, bei der Anzahl der verschickten SMS. Auch diese Jahr wird voraussichtlich ein erneuter Rekord aufgestellt werden.

Voraussichtliche Steigerung um 6 Prozent auf 63 Milliarden SMS

Laut Berechnungen des Branchenverbands BITKOM könnten die Zahl der im Jahr 2013 verschickten SMS rund 63 Milliarden erreichen. Das entspräche einer Steigerung von gut sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2012, indem noch 59,1 Milliarden Kurznachrichten durch die deutschen Netze gingen. Trotz steigender Stückzahlen sinken jedoch die SMS-Einnahmen der Mobilfunknetzbetreiber. Während der Anteil der SMS im Jahr 2009 noch über 50 Prozent des Umsatzes bei den mobilen Datendiensten ausmachte, lag er im letzten Jahr nur noch bei rund 35 Prozent. Grund dafür ist, dass viele Mobilfunktarife heute über eine SMS-Flatrate ins eigene oder sogar in alle deutschen Netze verfügen. Auf der anderen Seite hat sich die SMS in vielen anderen Bereichen als zuverlässiges und etabliertes Kommunikationsmittel etabliert. So zum Beispiel im Online-Banking für Mobile-TANs oder für Benachrichtigungen bei Flugverspätungen und ähnlichem.

Designierter Nachfolger joyn tut sich bislang schwer

In seinen Möglichkeiten wirkt der Short Messaging Service alles andere als zeitgemäß. Die maximale Nachrichtenlänge dürfte dabei nicht unbedingt das Problem sein, schließlich erfreut sich Twitter auch nach wie vor großer Beliebtheit. Bei vielen, insbesondere jüngeren Nutzern, hat sich jedoch der Gruppenchat mittlerweile zum wichtigen Bestandteil der täglichen Kommunikation entwickelt. Und auch der Versand von Bildern ist beliebt. Die Antwort der Mobilfunkbetreiber auf dieses geänderte Nutzungsverhalten lautet joyn. Der designierte Nachfolger der SMS bietet zwar viele aktuelle Features, kann sich bislang jedoch nicht gegen die etablierten Größen auf dem Messenger-Markt durchsetzen. Bei Google Play weisen die joyn-Apps der deutschen Mobilfunkbetreiber zusammengenommen gerade einmal 150.000 bis 600.000 Installationen auf. Im Vergleich dazu soll WhatsApp in Deutschland über 20 Millionen Nutzer haben. Zur Zeit sieht es so aus, als würde sich an dieser Vorherrschaft auch nicht mehr viel ändern. Die joyn-Ambitionen der Netzbetreiber scheinen sich weitestgehend verflüchtigt zu haben. An das Erfolgsmodell SMS wird sich so wohl kaum anknüpfen lassen.

(kb)

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