Vectoring: Telekom beantragt weitere Regulierungsanpassung

Für die Einführung von Vectoring, war es notwendig, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen angepasst werden. Jetzt hat die Telekom eine erneute Anpassung bei der Bundesnetzagentur beantragt, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit weitere Haushalte per Vectoring erschlossen werden können.

Bereits in der letzten Woche war bekannt geworden, dass die Deutsche Telekom eine erneute Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit VDSL-Vectoring bei der Bundesnetzagentur beantragen will. Wie die Behörde nun mitteilt ist der entsprechende Antrag eingegangen.

Ich begrüße, dass die Telekom den bereits angekündigten Antrag nun eingereicht hat. Die zuständige Beschlusskammer wird die Vorschläge des Unternehmens jetzt im Rahmen eines transparenten und ergebnisoffenen Verfahrens mit allen interessierten Marktakteuren ausführlich diskutieren und anschließend zügig eine Entscheidung treffen“ äußerte sich Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, zum Eingang des Antrags.

Telekom will 5,9 Millionen weitere Haushalte erschließen

Am Montag hatte die Telekom bereits in ihrem Firmenblog über den Antrag berichtet. Nach eigener Aussage ermögliche eine angepasste Regulierung, dass bis 2018 rund 80 Prozent der Haushalte mit Vectoring-fähigen VDSL-Anschlüssen versorgt werden können. Konkret nennt die Telekom die Zahl von 5,9 Millionen Haushalten, die das Internet dann mit bis zu 100 Mbit/s nutzen können.

Bislang ist dies nicht möglich, weil die gültige Regulierung eine Einführung von Vectoring im Nahbereich um die Hauptverteiler nicht erlaubt. Zur Zeit kann die Übertragungs­technologie lediglich zwischen Kabelverzweigern – den grauen Kästen am Straßenrand – und den Haushalten eingesetzt werden.

Mitbewerber befürchten Remonopolisierung der letzten Meile

Aus Sicht der Mitbewerber ist die Ausdehnung des Vectorings auf den Nahbereich der Hauptverteiler und die damit einhergehende Regulierungsanpassung problematisch. Letzte Woche hatten sowohl BREKO als auch VATM vor einer Remonopolisierung der letzten Meile gewarnt.

Bedingt durch die Technologie hinter Vectoring – bei der die Störsignale zwischen einzelnen Kupferdoppeladern eliminiert und so die Übertragungsleistung erhöht wird – benötigt die Telekom exklusiven Zugriff auf die Teilnehmeranschlussleitungen. Dazu müssten bestehende VDSL-Anschlüsse der Mitbewerber gekündigt werden. Bereits vor der ursprünglichen Einführung von Vectoring, hatten die Mitbewerber ähnliche Bedenken geäußert.

„Wir stehen für fairen Wettbewerb und Angebotsvielfalt“

Dem entgegnet die Telekom nun damit, dass auch bei der erneuten Regulierungs­anpassung festgelegt werden könne, dass die Telekom den Mitbewerbern entsprechende Vorleistungsprodukte auf den per Vectoring erschlossenen schnellen VDSL-Leitungen zur Verfügung stellen müsse. „Wir stehen für fairen Wettbewerb und Angebotsvielfalt. Auch bei schnellen Internetanschlüssen sollen die Kunden möglichst überall die Wahl haben“, so Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom.

Die Bundesnetzagentur indes hat angekündigt, möglichst zeitnah eine Entscheidung zu treffen. Eine erste öffentliche mündliche Anhörung ist bereits für den 13. März 2015 angesetzt.

(kb)

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