Verbraucherschützer: Mängel und Verstöße bei Ethno-Tarifen

Die Verbraucherzentralen Berlin, Hamburg und Bremen habe sich Mobilfunk­tarife verschiedener Anbieter, die sich speziell an Migranten richten, näher angeschaut und dabei neben erheblichen Mängeln bei der Transparenz auch Verstöße gegen Verbraucherrechte festgestellt.

Sogenannte Ethno-Tarife sind Mobilfunkangebote, die sich speziell an die Bedürfnisse von Migranten richten sollen. So sind in der Regel Gespräche und Kurzmitteilungen in sowie die Nutzung im Herkunftsland besonders günstig oder vergleichbar mit der Nutzung in Deutschland. Bekanntester Anbieter dürfte die E-Plus-Tochtermarke Ay Yildiz sein, deren Tarife an türkische Kunden gerichtet sind.

Nun haben die Verbraucherzentralen Berlin, Hamburg und Bremen im Rahmen des – vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geförderten – Projektes „Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten“ sich die Tarife von fünf Anbietern näher angeschaut und dabei erhebliche Mängel bei der Transparenz sowie Verstöße gegen Verbraucherrechte festgestellt.

Wie die Verbraucherzentrale Bremen mitteilt, seien wichtige Informationen zu Verbindungs­entgelten sowie Preise für SMS und Roaming teils schwer auffindbar, weil sie häufig in Fußnoten versteckt seien. Ebenso sieht es bei versteckten Kosten von Flatrateangeboten sowie den Angaben zur Laufzeit der Mobilfunkverträge aus.

Konkrete Verstöße gegen Verbraucherrechte fanden die Verbraucherschützer bei Widerrufsbelehrungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie anderem Informationsmaterial. Neben ungültigen Klauseln konnten die vertragsrelevanten Informationen oftmals nicht in der Muttersprache der Zielgruppe der Tarife abgerufen werden.

Untersucht wurden zehn Tarife der Anbieter Ay Yildiz, Turkcell Europe GmbH, Türk Telekom Mobile, Eco World Connect GmbH mit der Marke Mobilka und Star Communications GmbH mit der Marke Star Rossija. Bei allen Angeboten wurden Mängel festgestellt.

(kb)

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