Verbraucherzentrale NRW mahnt E-Plus wegen Datenautomatik ab

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat E-Plus erfolgreich wegen der zum 1. Juni 2014 eingeführten Datenautomatik bei den Smartphone-Tarifen seiner Marke Base abgemahnt. Das automatische kostenpflichtige Nachbuchen von Datenvolumen soll in Zukunft wieder entfallen.

Die meisten Smartphone-Tarife enthalten eine Datenflatrate, die nach dem Überschreiten eines gewissen Datenvolumens bis zum Ende des Abrechnungszeitraums auf einen Bruchteil der Geschwindigkeit gedrosselt werden. Der Kunde kann dann zwar nur mit einer sehr geringen Datenübertragungsrate weiter surfen, es entstehen ohne sein Zutun – etwa die Buchung zusätzlichen ungedrosselten Datenvolumens – jedoch keine weiteren Kosten.

Dies war bis vor knapp zwei Monaten auch bei der E-Plus-Marke Base der Fall. Zum 1. Juni 2014 hatte der Mobilfunkanbieter die Internetflatrates bei seinen Smartphone-Tarifen jedoch abgeschafft. Stattdessen galt in diesen Tarifen seitdem die sogenannte Datenautomatik. Nach Verbrauch des angegebenen Datenvolumens erfolgt dabei nicht sofort eine Drosselung, sondern es wird bis zu dreimal je Monat automatisch kostenpflichtiges Datenvolumen nachgebucht. Erst danach erfolgt eine Drosselung. Wird das gesamte Zusatzvolumen drei Monate in Folge ausgeschöpft erfolgt außerdem ein automatischer Wechsel in die nächsthöhere Internet-Option.

Was aus Sicht von E-Plus bedarfsgerecht und kundenfreundlich sein sollte, sah die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als eine untergeschobene kostenpflichtige Leistung an und mahnte E-Plus aus diesem Grund ab. Wie aus einer Mitteilung der Verbraucherschützer hervorgeht, war die Abmahnung erfolgreich. E-Plus wird die betreffenden Vertragsbedingungen demnach bis zum 1. August 2014 wieder aus seinen Angeboten streichen. Außerdem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Kunden, die sich nie bewusst für die Datenautomatik entschieden haben, ungewollten Zusatzkosten widersprechen können.

[Update vom 17. Juli 2014 - 15:58 Uhr]

E-Plus hat sich in der Zwischenzeit mit einer Stellungnahme zu dem Thema Datenautomatik geäußert. Demnach wurde die Datenautomatik um eine Wahlmöglichkeit ergänzt, die „schon seit einiger Zeit“ die Abwahl per kostenlosem Hotline-Anruf ermöglicht. Kunden will Base in Kürze per SMS über diese Abwahlmöglichkeit informieren. Außerdem weist E-Plus darauf hin, dass man die Datenautomatik schon seit mehr als einem Jahr Bestandskunden anbiete. Durch die positive Aufnahme bei „mehreren hunderttausend Nutzern“ sieht Base einen Bedarf für eine derartige Lösung bei den Kunden.

(kb)

Weitere Meldungen

RCS Messaging: Telekom unternimmt erneuten Anlauf mit joyn

8. Dezember 2015 Ursprünglich wollten die Mobilfunkbetreiber unter dem Namen joyn einen Konkurrenzdienst zu WhatsApp etablieren. Dies gelang in mehren zögerlichen Anläufen bislang nicht. Nun unternimmt die Telekom mit Message+ einen weiterer Versuch.

Freie Endgerätewahl: Gesetz gegen Routerzwang passiert Bundestag

6. November 2015 Am späten Donnerstagabend haben alle Fraktionen des deutschen Bundestags für einen Gesetzentwurf gestimmt, der Verbrauchern die freie Auswahl beim Anschluss von Routern für den Internetzugang ermöglicht. Damit dürften Zwangsrouter bald der Vergangenheit angehören.

Verschwindet die mobile Daten-Flatrate langsam wieder?

22. Oktober 2015 Die mobile Datennutzung wird immer wichtiger. Viele Mobilfunkanbieter haben ihre Tarifupdates der letzten Monate genutzt um an Stellschrauben in diesem Bereich zu drehen. Nicht immer zu Gunsten der Kunden. Fast macht es den Eindruck als sollen die Flatrates wieder verschwinden.