Bundesnetzagentur gibt grünes Licht für VDSL-Vectoring

Die Bundesnetzagentur hat die Nutzung von Vectoring im VDSL-Netz der Telekom endgültig genehmigt. Zuvor hatte die EU-Kommision der Einführung zugestimmt. Damit steht der Bereitstellung von Breitbandanschlüssen auf Kupferbasis mit bis zu 100 Mbit/s nun nichts mehr im Weg.

Im Dezember 2012 hatte die Telekom bei der Bundesnetzagentur die notwendigen Anpassungen der regulatorischen Rahmenbedingungen beantragt, die zu Einführung von VDSL-Vectoring notwendig sind. Nach einem ersten Entscheidungsentwurf im April und einem zweiten im Juli 2013, hat die EU-Kommission den Änderungen zugestimmt. Damit konnte die Bundesnetzagentur nun ihre endgültige Zustimmung zur Einführung der neuen Technologie erteilen.

Damit in den herkömmlichen kupferbasierten Telekommunikationskabeln die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s genutzt werden können, wird im Rahmen des Vectorings das gegenseitige Übersprechen kompensiert. Damit dies möglich wird, benötigt jedoch nach dem heutigen Stand der Technik das jeweilige Unternehmen, das Vectoring einsetzen will, Zugriff auf alle Kupfer-Doppeladern am Kabelverzweiger (KVz). Dies verhindert jedoch den Zugriff durch Mitbewerber, was nach bisheriger regulatorischer Regelung nicht erlaubt war. Die dafür notwendigen Anpassungen wurden nun vorgenommen. Vorweg gegangen war eine rege Diskussion zwischen Telekom, Mitbewerbern und Regulierern. So hatten schon im November 2012 Mitbewerber der Telekom ihre Bedenken angemeldet.

Als Bedingung für die Nutzung von Vectoring in den Kabelverzweigern, verlangt die Bundesnetzagentur, dass das jeweilige Unternehmen Mitbewerbern ein angemessenes Bitstromprodukt zur Verfügung stellt, wodurch der offene Netzzugang gewährleistet werden soll. Ein entsprechende Anpassung der Musterverträge muss die Telekom nun unverzüglich vornehmen und der Regulierungsbehörde zur Überprüfung vorlegen.

(kb)

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